von Dr. rned. G. Kempf, Imkermeister

Nicht nur Spitzensportler, auch Breiten-, Freizeit- und Praeventivsportler benötigen eine ihrer sportlichen Leistung angepaßte Ernährung. Zufuhr und Verbrauch von Nährstoffen, Flüssigkeit, Mineralien und Vitaminen sollen sich dabei die Waage halten.

Nach den Empfehlungen der “Deutschen Gesellschaft für Ernährung” sollte das tägliche Nährstoffangebot folgendermaßen zusammengesetzt sein:

12 – 14% Eiweiß

30 – 35% Fett

55 – 60% Kohlenhydrate.

Dabei muß bei Ausdauersportarten der Kohlenhydratanteil, bei Kraftsportarten der Eiweißanteil zu Lasten der beiden anderen erhöht werden.

Für die drei Hauptnährstoffe gilt, daß sie vor allem in Form biologisch hochwertiger Nahrungsmittel aufgenommen werden sollten, um eine für den Sportler ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten.

Die Kohlenhydrate dienen dem Körper in Form des in Leber und Muskulatur eingelagerten Glykogens, der sog. “tierischen Stärke”, als Energiereserve. Wie können diese Glykogenspeicher optimal gefüllt werden?

Als Vorbereitung auf eine Wettkampfphase gibt es die Möglichkeit des “Kohlenhydratiadens”: durch intensive körperliche Belastung nach kohlenhydratarmer Ernährung werden 3-4 Tage vor dem Wettkampf die Glyko-genspeicher entleert, um danach durch reichliche Zufuhr von hochwertigen Kohlenhydratträgern wiederauf-gefüllt zu werden. Dabei kommt es durch Überkompensation der Speichervorgänge zu einem deutlich erhöhten Glykogengehalt in der Muskulatur.

Aber auch während erschöpfender sportlicher Tätigkeit ist es sinnvoll, die Glykogenspeicher durch Nährstoff-konzentrate wiederaufzufüllen. Sportmediziner und Leistungssportler sind sich darin einig, daß Bienenhonig die Anforderungen an einen hochwertigen Energiespender optimal erfüllt.

Honig ist ein gut bekömmliches, naturbelassenes Nahrungsmittel, das ca. 80% Kohlenhydrate und bis zu l% Mineralien und Spurenelemente enthält. Der größte Teil der Kohlenhydrate im Honig besteht aus etwa gleichen Teilen Traubenzucker und Fruchtzucker.

Traubenzucker und Fruchtzucker sind sog. Einfachzucker, die nach der Aufnahme in den menschlichen Körper ohne weitere Verdauungsleistung direkt in das Blut gelangen. Traubenzucker kann von der Muskulatur sofort zur Energiegewinnung genutzt werden, Fruchtzucker wird in der Leber und in der Muskulatur in Form von Glykogen gespeichert und dient hier als leicht zugängliche Energiereserve.

Anders als bei Honiggenuß fährt die alleinige Zufuhr von Traubenzucker in stärkerem Maße zu einem Anstieg des Blutzuckers und einer damit verbundenen Ausschüttung des Hormons Insulin. Dadurch wird einerseits vermehrt Depotfett gebildet, das die zugeführten Energieträger fest bindet, andererseits kommt es reaktiv zu einer übermäßigen Blutzuckersenkung, was wiederum eine nachteilige Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit des Sportlers hat.

Honig sollte deshalb Im Speiseplan eines Sportlers nie fehlen: bei der Vorbereitung auf sportliche Leistungen durch Schaffung von Glykogenreserven in der Muskulatur, während der sportlichen Betätigung am besten in Mineralwasser gelöst und nach dem Sport als Müsli oder auf einer deftigen Schnitte Vollkornbrot.