Honig – Naturprodukt der Bienen.

Honig ist in der täglichen Ernährung nicht nur als Brotaufstrich sehr beliebt, sondern wird zunehmend zum Süßen von Speisen bzw. zum Backen verwendet. Die Deutschen zählen mit rund 1,4 kg Verzehr pro Kopf und Jahr zu den größten Honigliebhabern der Welt.

Honig ist ein Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs: Bienen sammeln Blütennektar und Honigtau über ihren Rüssel in der Honigblase, wo sie ihn mit körpereigenen Sekreten bereichern und veredeln. In den Waben des Bienenstocks gespeichert kann der Honig dann reifen. Rund 100 Blütenflüge sind notwendig, um einen Ertrag von mindestens 20 g Honig zu erhalten.

Er besteht überwiegend aus dem sogenanntem Invertzucker (ca. 70 %), einer Mischung aus Frucht- und Traubenzucker, desweiteren aus Wasser (bis zu 21 %), diversen Zuckersorten, Mineralstoffen, Enzymen und Säuren. Zahlreiche Aromastoffe – es sind über 100 – verleihen dem Honig je nach Sorte sein charakteristisches Aroma.

Grundsätzlich lassen sich je nach den Ausgangsrohstoffen Blütenhonig und Waldhonig unterscheiden: für die meist hell-gelblich bis braunen, duftig-hocharomatischen Blütenhonige sammeln die Bienen Blütennektar, während sie die in der Regel dunkleren, malzigherben Waldhonige aus Ausscheidungen pflanzensaugender Insekten (wie z.B. Blattläuse) verwandeln.

Aussagekräftiger sind hingegen Spezifizierungen, die sich auf eine Blüten- oder Pflanzenart beziehen. Wird Honig mit einer Sortenbezeichnung – z.B. Rapshonig – angeboten, dann muß der betreffende Honig überwiegend der genannten Blüte oder Pflanze entstammen und entsprechende Merkmale aufweisen. Die Angebotspalette reicht hierbei, nur um einige zu nennen, von Obstblütenhonig, Löwenzahnhonig, Rapshonig, Kleehonig, Lindenhonig, Edelkastanienhonig, Akazienhonig, Heidehonig, Tannenhonig usw.

Neben der Herkunft gibt insbesondere die Art und Weise der Gewinnung Auskunft zur Honigqualität. Schleuderhonig wird, wie der Name schon vermuten läßt, durch Ausschleudern der Waben gewonnen. Er wird dazu nicht erwärmt, so daß wertvolle Enzyme und Aromastoffe keinerlei Schaden erleiden. Scheiben- oder Wabenhonig befindet sich noch in den von den Bienen gebauten und eingedeckelten Waben. Portionsweise geschnitten kommt er wenn auch relativ selten – in den Handel, und ist – nicht zuletzt wegen seines hohen Grades an Naturbelassenheit – teuer.

Hinweise wie “Kalt geschleudert”, “mit hohem Fermentgehalt”, “wabenecht” “feinste” und “beste” weisen auf eine besonders sorgfältige Gewinnung, Lagerung und Abfüllung des Honigs hin.

Charakteristisch für den Honig ist eine gewisse Licht- und Wärmeempfindlichkeit und die Tendenz, Feuchtigkeit anzuziehen. Deshalb empfiehlt sich, ihn möglichst trocken, kühl und dunkel, z.B. im Schrank, aufzubewahren. Der Kühlschrank als Lagerort ist unpraktikabel, da der Honig dort zu fest wird.

In der Volksheilkunde werden dem süßen Naturprodukt häufig der Gesundheit förderliche Wirkungen zugeschrieben: angefangen bei der Behandlung von Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität über Anämien, Darmbeschwerden bis hin zu Krämpfen und fiebrigen Erkrankungen. Auch wenn Honig als Hausmittel das subjektive Wohlbefinden zu steigern vermag, so mangelt es entscheidend an entsprechend wissenschaftlich fundierten Beweisen. Dank der höheren Süßkraft des Invertzuckers gegenüber dem Haushaltszucker kann die Honigmenge reduziert und auf diesem Weg “Kalorien” eingespart werden. Auf keinen Fall darf man aber vergessen, daß auch Honig Karies (bei mangelnder Zahnhygiene) und in größeren Mengen verzehrt – Übergewicht begünstigen kann.

Verantwortlich: Anna Lilliu ,

Staatliche Beratungsstelle für Ernährung und Hauswirtschaft Fürth