Beste „Nebenprodukte“ für den Markt

Wem brennt es wohl nicht unter den Nägeln, den ersten Met oder Bärenfang nicht nur herzustellen, sondern ihn auch in fröhlicher Runde mit Freunden zu kosten. Ein bisschen Geduld noch … In der Weiterverarbeitung kann man unser Produkt um einiges edler machen, wenn er, der Honig, schon etwas in Gärung übergegangen ist; er wird weiter zu Met verarbeitet, somit fällt kein Abfall an. Man stelle sich das mal vor: Die Industrie zahlt für einen gegorenen Honig 1,00 € je Kilogramm, und das, weil ihn der Imker durch nicht genügend pflegliche Behandlung hat gären lassen. Die großen Met-Hersteller schütten noch eine bestimmte Menge Wasser auf eine dazu angemessene Menge gegorenen Honig, dazu noch ein bisschen Hefe, Nährsalz usw. Dieser edle Tropfen geht dann für 4,70 € je 0,75 Liter in den Handel. Also, wenn das kein Gewinn ist, es selbst zu machen!

Wie ich es mache

Den Abschaumhonig löse ich gänzlich auf und schäume nochmals ab, oder ich nehme dazu den gegärten Honig. Ist der nicht vorhanden, muss es Rapshonig sein, wie meistens der Fall. 100 Liter beabsichtigten Met ergeben sich aus 75 Liter Wasser und 37 kg Honig, er wird, wenn möglich, auf 75 Grad erwärmt, um die Hefen abzutöten. Der Behälter wird mit 70 Grad warmem Wasser gefüllt, der Honig dann eingerührt, alles muss hernach auf 20 bis 25 Grad abkühlen. Dann werden 20 g Hefe und 60 g Hefenährsalz zugegeben. Es sollte schon Hefe aus dem Industriebereich sein, denn sie ist in vier bis sechs Wochen bei einer Temperatur von etwa 25 Grad durchgegoren. Wichtig, dass das Ganze mit einem Gärspund versehen wird, worin ständig Wasser steht; sonst machen sich die Essigfliegen enorm stark, und der Ansatz war umsonst.

 

Hat sich die Gärung beruhigt, kann das erste Mal abgezogen werden. Auch gleich eine Kostprobe! Muss der Met nachgesüßt werden, sollte dies in kleiner Abfolge (höchstens 100 g auf 1 Liter) mit Sonnenblumenhonig erfolgen. Man kann noch 100 ml Kieselöl mit einrühren. Nach vierzehn Tagen alles filtern und auf Flaschen abfüllen. Damit eine Nachgärung ausgeschlossen bleibt, wird der Met zuvor bei der Flaschenfüllung auf mindestens 55 Grad erwärmt. Dazu verwende ich einen einfachen Kälbermilch-Erwärmer. Ein Alkoholgehalt bis zu 15 % ist möglich. (Eine Abweichung von 0,99 % gegenüber der Angabe auf dem Etikett ist erlaubt.) Man muss das deutsche Weingesetz unbedingt beachten!

Wer in die Geheimnisse der Metherstellung eingewiesen werden möchte, kann hierfür einen Lehrgang besuchen. Ich rate, für dieses Neuland zuvor mal mit einem 20-Liter-Ansatz zu beginnen, dann hat man schon ein bisschen Erfahrung, und bei einer Unterweisung kann gezielter gefragt werden.

Wesentlich schneller geht es mit der Herstellung von Bärenfang, ein Getränk, das angeblich aus Ostpreußen stammt. Ein gutes Rezept: 1,5 Liter Weingeist (Alkohol 70%ig), 0,7 Liter Rum, 3,33 kg Sonnenblumenhonig und 0,5 Liter abgekochtes Wasser. Es können noch 17 ml Gewürz, Ingwerauszug, hinzugegeben werden. Dies würde ich für einen zweiten Versuch empfehlen. Nach 14 Tagen, bei täglichem Durchschütteln, ist dieser süße Honiglikör im Kreise der Familie schon zu genießen. Bei größerem Zuspruch (!) wird der „Bärenfang“ seinem Namen alle Ehren machen, eine überraschende Wirkung also nicht verfehlen. Der Alkoholgehalt beträgt etwa 30 %.

Das universelle Kittharz

Ein Renner als Nebenprodukt der Imkerei: die Propolis in flüssiger Form. Seit einigen Jahren als Heilmittel endlich anerkannt, ist es dem Imker nach gesetzlicher Bestimmung jedoch verwehrt, sie in den Handel zu bringen – ein Privileg des Apothekers. Wir sollten es dabei auch belassen, denn es gibt ein Produkthaftungsgesetz, dem tunlichst Folge zu leisten ist. Obwohl es bei der Propolis keine Nebenwirkungen wie bei Tabletten u. a. gibt, besteht doch eine Gefahr, nämlich die Allergie. (Propolisstücke darf der Imker verkaufen.) Propolis in flüssiger Form kann man sich für den Eigenbedarf herstellen.

Die Gewinnung von Propolis in reinster Form ist relativ einfach, indem ich ein Kunststoffgitter auf die oberste Zarge unterm Deckel so lege, dass mittels Holzstäbchen der Deckel leicht angehoben wird und ein Luftzug entsteht (Kamineffekt). Anfang Juli beginnen die Bienen mit der Propolissammlung. Spätestens jetzt sollte die Gaze eingelegt werden, die die Bienen mit Kittharz abdichten. Zur Ernte im Herbst wird das Gitter in die Kühltruhe gelegt und einen Tag später über einer großen Wanne so geknebelt und bearbeitet, dass die Stücke abspringen.

Sie werden, wenn nötig, noch ein wenig zerkleinert, damit sie durch den Flaschenhals passen. Dann fülle ich die so genannten Braunflaschen (2,5 Liter Inhalt) mit je einem Gewichtsanteil Propolis und zwei Anteilen 70%igem Alkohol. Täglich wird dieser Ansatz für einige Minuten gerührt, wodurch sich die Propolis auflöst. Danach wird die Lösung nur noch gefiltert, falls möglich unter Druck durch ein Mikrofilter. Die Lösung muss immer mit Alufolie abgedeckt bleiben, damit der Alkohol nicht verfliegt. Abgefüllt wird die Lösung in braune Tropfflaschen, sie sind beim Imkereibedarf erhältlich. Die Flaschen müssen kühl und dunkel gelagert werden. Propolis ist innerlich und äußerlich anwendbar, hilft gegen vielerlei Wehwehchen! Bei mir in der Familie ist sie darum ein Hausmittel. Genaueres erfährt man aus den Büchern von Herold: Heilwerte aus dem Bienenvolk und Potschinkowa: Bienenprodukte in der Medizin.

Im anheimelnden Kerzenschein

Bienenwachs wird für mehrerlei Dinge, die wir täglich benutzen, verwendet. Hier und da gibt es Anfragen vom Tischler oder Möbel-Restaurator, sogar vom Gemälde-Restaurator in einem Museum. Auch für Batikarbeiten wird das Wachs verwendet. Die Kerzenindustrie benötigt nur noch wenig Bienenwachs. Genau hier liegen Möglichkeiten offen für kreative Imker und Imkerinnen. Die Kerzenherstellung macht nicht nur Spaß, sie verbreitet im Hause auch einen angenehmen Duft. Und dann, bekanntlich ist der Verkauf von selbst gefertigten Kerzen lukrativ.

Kerzen zu drehen für den großen Markt, das muss schon mit Bedacht vonstatten gehen. Leicht kann es vorkommen, dass die Mittelwand nicht stramm genug gewickelt wird oder der Docht nicht die richtige Stärke und Richtung hat. Wenn man den Docht genau ansieht, erkennt man an dem Geflecht den Buchstaben V, er muss nach oben gerichtet offen sein, damit beim Abbrennen das Wachs in den Docht hineinläuft.

Entsprechend der beabsichtigten Stärke der Kerze wickelt man beim Drehen eine oder mehrere Mittelwände (Platten) übereinander (Länge der Platte 57 cm, Breite 10 oder 12,5 oder 15 cm). Bei Verwendung einer Platte wickelt man einen genormten Docht mit der Stärke 10 ein, bei 2 Platten Stärke 12, bei 3 Platten Stärke 14 und bei 5 Platten Stärke 16. Für das Rollen der Kerze sollte man sich ein Stück stabile Küchenplatte zurechtschneiden (keine Spanplatte!) und an der unteren Seite eine Anschlagleiste annageln, damit die Platte nicht wegrutschen kann. So wird Mutters Küchentisch nicht mit Wachs beklebt.

Dem Kunden wäre mitzuteilen, dass eine selbst gedrehte Kerze einer Pflege bedarf. Der Docht muss hin und wieder mal gekürzt werden. Bei einer per Hand gedrehten Kerze sitzt er nicht ganz zentriert, darum muss die äußere Wachswand ab und zu ein wenig nach innen gedrückt werden, auch dass sie sich nicht aushöhlt. Der anheimelnde Duft der Kerze, das sind flüchtige ätherische Öle.

Die Herstellung von gegossenen Kerzen war früher etwas Besonderes für die Imkerschaft. Es wurden alte Gläser mit Wachs vollgegossen, nach dem Abkühlen das Glas zerschlagen. Heute erhält man für alle Kerzenarten so genannte Kautschukformen, die im Handel zu kaufen sind. Es gibt Firmen, aber auch Imker, die sich auf die Herstellung gegossener Kerzen spezialisiert haben.

Honigkörbe en gros

Es war ein Zufall, dass ich heute Präsente anbiete, deren Beliebtheit immer größer wird: Anlässlich einer Goldenen Hochzeit musste ich für einen Kunden einen mitgebrachten Bienenkorb zusätzlich mit Heidehonig komplettieren. Das war die zündende Idee für mich. Ich habe dann viele Varianten und Ausstattungsmöglichkeiten ausprobiert. Auf Ausstellungen und Weihnachtsmärkten biete ich die verschiedensten Körbe an.

In meinem Verkaufsraum und in einem Prospekt weise ich auf die verschiedenen Formen der Präsente hin. Mittlerweile wurde mein Präsentkorb zu dem meistgefragten Verkaufsangebot. Erhält man einen größeren Firmenauftrag, kann man sich leicht vorstellen, welche Menge an Honig und anderen Bienenprodukten verbraucht wird. Der Preis ist bei mir so gestaltet, als wenn ich die Produkte einzeln verkaufe, dazu die Kosten für den Korb. Ihn stelle ich, in Folie eingeschlagen, komplett fertig. Dem Inhalt dieser Körbe sind keine Grenzen gesetzt, je nach Wunsch und Nachfrage. Für den betreffenden Anlass kommt noch eine Firmen- oder Glückwunschkarte dazu.

Vorteil für den Kunden:
Er hat keine Arbeit mehr mit diesen Präsenten. Sie werden abgeholt oder im Nahbereich im transportfähigen Zustand angeliefert und können dann zu der jeweiligen Festlichkeit mitgenommen werden. Interessierte Besteller sind: der Gemeinderat, Dienstleistungsfirmen, Unternehmer und in zunehmender Anzahl Privatkunden. Für Detail-Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Imkerfreunden, die in so ein „Geschäft“ als Selbstvermarkter einsteigen möchten, rate ich auf jeden Fall zu, es ist einen Versuch wert, es lohnt sich.