Das, was schon immer mehr oder weniger laut diskutiert und unterstellt wurde, ist nun Realität: Aus China nach Europa importierter Honig

wurde im Ursprungsland gezielt und staatlich sanktioniert verfälscht. Das berichtet der Französische Erwerbsimkerbund SPMF (Syndikat des Producteurs de Miel de France) in einem 44 Seiten umfassenden Dokument….

Dabei ist es allgemein und weltweit geregelt, daß Honig zu 100 % von den Bienen erzeugt sein muß. Der Ursprung des Honigs müssen Pflanzennektare oder- honigtaue sein. Diesem von den Bienen produzierten Honig darf weder etwas hinzugefügt noch entzogen worden sein.

Mitte der 80er Jahre kam China als weiteres bedeutendes Honigexportland auf den Markt. Niedrige, konkurrenzlose Preise machten China bald zum Haupthonigexportland. Laboruntersuchungen warfen aber manche Fragen auf, denn das Pollenspektrum präsentierte immer wieder große Mengen inaktiver, toter Hefen. Man fand unter dem Mikroskop auch Spuren von Erde. Dafür ursächlich könnte die mangelhafte Reinigung nach der Ernte und die unhygienischen Erntebedingungen auf freiem Feld sein, die keine Seltenheit sein dürften. Außerdem lagen die Mengen des analysierten Eisenoxid im Honig bei durchschnittlich 40 mg/kg und sogar bei 100-200 mg/kg, was wahrscheinlich ursächlich auf die Trocknungsanlagen und die verrosteten Fässer zurückzuführen ist. Auch Rückstände chemischer Produkte, die aus Behandlungen der Bienenvölker stammen könnten, wurden nachgewiesen. Die Fässer, in denen der Honig nach Europa gelangt, besitzen oft nur zwei kleine Spundlöcher und nicht wie vorgeschrieben eine ganzflächige Öffnung.

Die chinesischen Honigverarbeitungsbetriebe sind für Außenstehende nicht zugänglich. Entsprechend ist die Absicherung der Unternehmen organisiert.

Wie und auf welche Weise in diesen “Honigfabriken” der Honig verfälscht wird, kann deshalb nur hypothetisch behandelt werden.

Man geht davon aus, daß der Honig im unreifen, unverdeckelten Zustand den Völkern entnommen wird. Der Wassergehalt dürfte dann um die 30 % betragen. Im Gegensatz dazu ist laut Europäischer Honigverordnung ein Wassergehalt von 21 % gestattet, und das Bestreben der Imker liegt auf der Erzeugung von Qualitätshonig mit 18 % und weniger Prozent Wasser.

Die Lagerung des Honigs nach der Schleuderung erfolgt in schlecht- oder nichtgereinigten, korrodierten oder teilkorrodierten Behältern, ehe er zu den Sammelstellen gebracht wird.

Die Aufkäufer der Honigfirma transportieren die Fässer zum Betrieb. In der Zwischenzeit ist der Honig schon deutlich in Gärung übergegangen, was die großen Mengen Hefen erklärt.

In der Firma stoppt man wahrscheinlich die Gärung und fügt dem Honig geeignete Zuckersirupe zu. Anschließend wird ihm durch technische Methoden Wasser entzogen, bis auf weniger als 19 %. Maissirup hat einen hohen Fruchtzuckergehalt. Aber man konnte ihn früher chemisch nicht nachweisen, bis 1978 von WHITE und DONER eine Methode dazu entwickelt wurde.

Für Überraschung in den Untersuchungslabors in Europa sorgte immer wieder die gleichbleibende Konsistenz und Qualität des Honigs, besonders angesichts der jährlich unterschiedlichen Tracht- und Witterungsbedingungen. Diese Betrugspraxis, die gut organisiert und wissenschaftlich begleitet wird, dient einzig und allein dem Zweck, Konkurrenten auszuschalten. Viele von ihnen haben bereits aufgegeben, weil sie diesem Preisdruck nicht mehr standzuhalten vermochten. Andere wurden dadurch animiert, ebenso zu verfahren wie die Chinesen, um am Markt zu bleiben.

Dazu gehören Argentinien, Mexiko, Guatemala, die Türkei und auch Ungarn, das seinen bekannten Akazienhonig entsprechend “bearbeitet”.

Quelle: European Documentation in Apiculture for Press and Information, Juli 1998

Übersetzung und Bearbeitung:

Klaus Nowottnick

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